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Erfahrene BeraterInnen und WissenschaftlerInnen setzen sich in ihren Beiträgen mit den Zusammenhängen zwischen Ethik und Beratung auseinander. Sie gehen dabei folgenden Fragen nach: Das Buch wendet sich an PraktikerInnen aus verschiedenen Beratungsfeldern, an WissenschaftlerInnen aus dem Bereich der Beratungsforschung bzw. aus Forschungsrichtungen, die beratend tätig sind, sowie ganz allgemein an LeserInnen, die an Ethik interessiert sind, und möchte zu einer weiteren multiperspektivischen Auseinandersetzung mit dem Thema einladen. |
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Vorwort Bernhard Pesendorfer Kurt Buchinger Gerhard Schwarz Alexander Exner Martina Ukowitz Larissa Krainer Katharina Heimerl Ruth Seliger, Herbert Schober, Jürgen Sicher Herbert Schober Ewald E. Krainz Peter Heintel Anhang |
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Die inhaltliche Bearbeitung des Themas durch die zwölf AutorInnen erfolgt differenziert und bringt auch überraschende Assoziationen: Bernhard Pesendorfer setzt sich in seinem Beitrag mit der Semantik des Begriffs Beratung vor dem Hintergrund seiner etymologischen Herleitung auseinander und zieht dabei interessante Rückschlüsse auf verschiedene Zielsetzungen von Beratung und davon ableitbare unterschiedliche Rollen, die BeraterInnen einnehmen können bzw. die ihnen zugeschrieben werden können. Bernhard Pesendorfer zeichnet damit zugleich ein Bild des Entwicklungsweges von Beratung: von einer fremdbestimmenden Hilfestellung hin zu einem gemeinsamen Entscheiden über ein gemeinsames “Gutes”. Kurt Buchinger stellt die Frage nach dem Sinn der Rede von einer professionellen Ethik, d.h., er beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Ethik und Professions- bzw. Bereichsethiken, und fragt nach, inwieweit es Sinn macht, Professionalität und ethisches Handeln zu unterscheiden. In weiterer Folge macht sich Kurt Buchinger daran, das Gute an der und in der Beratung aufzuspüren und zeigt auf, welche Werte seiner Auffassung nach Beratung zugrunde liegen und welche Auswirkungen diese auf die Praxis haben. Gerhard Schwarz beschäftigt sich zunächst mit Regeln und Normen und den Sanktionsmöglichkeiten bei Regelverstößen und zeigt dann in einer kritischen Auseinandersetzung mit der Moral, wie wichtig es für Beratung ist, Fragen des Moralischen/Ethischen aus den Beratungsprozessen möglichst herauszuhalten, weil eine solche Wendung der verhandelten Thematik hinsichtlich gemeinsamer Lösungen eher hinderlich als förderlich wirkt. Alexander Exner beschreibt in seinem Beitrag sehr persönlich seinen Zugang zu Ethik und zeigt damit, welche Fragen und Stichworte in einer solchen Reflexion von Bedeutung sein können. Er setzt die Ethik in Zusammenhang mit Authentizität und mit der Berater-Haltung und reflektiert die daraus folgenden Auswirkungen auf das beraterische Handeln. Auf der Ebene des Berater-Handelns begibt sich Alexander Exner auf Spurensuche und befragt Beraterkolleginnen und -kollegen zu ihren Erfahrungen mit schwierigen ethischen Situationen in der Beratungspraxis. Martina Ukowitz beschäftigt sich mit Fragen der Bedingungen für das Zustandekommen von Diskursen zu ethischen Fragestellungen und greift in diesem Zusammenhang das Vertrauen – im Sinne von persönlichem, aber vor allem auch von strukturellem Vertrauen – als eine möglicherweise notwendige Voraussetzung auf. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Vertrauensbegriff zeigt Martina Ukowitz organisatorisch-strukturelle Maßnahmen auf, die zur Entwicklung von Vertrauen in Diskursen beitragen können. Larissa Krainer setzt in ihrem Beitrag Beratung, Forschung und Ethik in einen Zusammenhang und diskutiert den ethischen Anspruch von Interventionsforschung. Sie gibt einerseits Einblicke in die Methodik und die Praxis der Interventionsforschung und beschreibt andererseits anhand von sechs ethischen Prämissen einige wesentliche, die Interventionsforschung charakterisierende Wertentscheidungen. In ihrem Resümee plädiert die Autorin für einen sorgfältigen und bewussten Umgang mit beraterischen Anteilen in der Forschung sowie für eine weitere Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Forschung und Beratung. Katharina Heimerl setzt sich ebenfalls mit der Rolle von Forschung und Beratung auseinander. Sie geht von einem konkreten Anwendungsfeld aus, dem Bereich Palliative Care, in dem die Autorin sowohl forscherische als auch beraterische Erfahrungen sammeln konnte. Katharina Heimerl beschreibt, inwieweit ethische Prinzipien von Palliative Care jenen der Organisationsentwicklung und -beratung ähnlich sind und welche Konsequenzen sich daraus für die Entwicklung von Beratungs- und Forschungsdesigns ergeben. Ruth Seliger, Herbert Schober und Jürgen Sicher berichten in ihrem Beitrag über ein konkretes Beratungsprojekt in einem Unternehmen, bei dem die Annäherung an das Thema Ethik vom Gesichtspunkt der Gesundheit aus erfolgte. Die AutorInnen (eine Beraterin, ein Berater und ein Vertreter der Auftraggeberorganisation) beschreiben die Einbettung und Umsetzung des Projektes und stellen Gesundheit als ethische Wertfigur dar. Im Speziellen wird am Beispiel des “Organisations-Shiatsu” gezeigt, wie systemische Beratung und chinesische Medizin in einen Zusammenhang gebracht werden können. Herbert Schober bringt im Anschluss daran noch weitere Überlegungen zum Zusammenhang zwischen Ethik und Gesundheit. Ausgehend von einem erweiterten Gesundheitsbegriff, der nicht nur körperliches, sondern auch seelisches und soziales Wohlbefinden umfasst, weist Herbert Schober dabei vor allem auf die Notwendigkeit und ethische Herausforderung eines ständigen Prozesses des Widerspruchsmanagements hin, der Basis von (auch organisationaler) Gesundheit ist. Ewald Krainz zeigt sich den gängigen Vorstellungen von Ethik und Moral gegenüber skeptisch und wirft mit Bezug auf zahlreiche Praxisbeispiele aus der Organisationsberatung eine Reihe von kritischen Fragen auf, die zeigen, welche gegenstandsimmanenten Voraussetzungen bei einer adäquaten Auseinandersetzung mit Ethik mitgedacht werden müssen. Die kritischen Einwände und die realistische Sicht auf die Bedingungen und Möglichkeiten von Diskursen zu ethischen Fragestellungen zeigen auf, in welchen Bereichen der prozessethische Ansatz wesentliche Beiträge liefern kann. Peter Heintel stellt in seinem Beitrag einleitend Betrachtungen zum Stellenwert von Ethik an und argumentiert, dass auf drängende Sachfragen heute ethische Antworten in neuer Qualität nötig wären. Beratung, die sich nicht auf reine Fachberatung beschränkt, stellt Peter Heintel als einen Ort dar, an dem solche Antworten erarbeitet werden können. Vor dem Hintergrund von praktischen Beispielen skizziert Peter Heintel das Klagenfurter prozessethische Beratungsmodell, das als Unterstützung dazu dienen kann, (ethische) Fragestellungen adäquat zu analysieren, bestehende Lösungsmöglichkeiten zu befragen und diskursiv eventuell notwendige neue Lösungswege zu entwerfen. |
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Kurt Buchinger, o. Univ. Prof. Dr. phil. Alexander Exner, Dipl. Ing. Katharina Heimerl, Dr. MPH Peter Heintel, o.Univ.-Prof. Dr. Larissa Krainer, ao. Univ.-Prof. Dr. Ewald E. Krainz, ao. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Pesendorfer, Dr. Herbert Schober, Mag. Gerhard Schwarz, Dr. Ruth Seliger, Dr. Jürgen Sicher, Mag. Martina Ukowitz, Mag. Dr. |
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