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Aus: Ingo Diedrich Wilhelm Reich lebte von 1897 bis 1957 - 60 Jahre einer bewegten weltgeschichtlichen Epoche, deren widersprüchliche und extreme Phasen bzw. Ereignisse sich prägend auf Reichs Biographie ausgewirkt haben: Der Untergang des österreichisch-ungarischen Reiches, zwei Weltkriege, die russische Revolution, der Nationalsozialismus in Deutschland und schließlich die McCarthy-Ära in den USA. Auf wissenschaftlicher Ebene seien hier nur die Entwicklung der Psychoanalyse durch Freud und die Relativitätstheorie Einsteins genannt... Wilhelm Reich wurde am 25. März 1897 in Galizien geboren, siedelte aber schon bald nach seiner Geburt mit den Eltern in den noch östlicher gelegenen Teil des österreichisch-ungarischen Kaiserreiches, in die Bukowina, in die Nähe des Ortes Jurinetz um. Seinem Vater Leon gehörte dort ein Gut, auf dem neben Ackerbau auch Rinderzucht für die deutsche Armee betrieben wurde. Obwohl die Eltern jüdischer Abstammung waren, orientierten sie sich vor allem an der deutschen Kultur. Es war den Kindern Wilhelm und Robert verboten, sowohl mit den traditionell jüdisch erzogenen Kindern als auch mit den ukrainischen Bauernkindern zu spielen. Auch ging der junge Reich nicht in die Schule, sondern wurde von einem Hauslehrer unterrichtet. Er hatte eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter. ... In seiner Kindheit und Jugend war Wilhelm Reich sehr viel sich selbst überlassen und beschäftigte sich viel in freier Natur mit Reiten, Insekten Sammeln und Ähnlichem. 1909 beging seine Mutter Cecilia Reich Selbstmord. Es scheint kein Zweifel daran zu bestehen, dass er eine Rolle am Tod seiner Mutter gespielt hat, indem er ihr Liebesverhältnis mit einem Hauslehrer seinem Vater verriet. Die meisten Biographen sind der Meinung, dass Reich dieses traumatische Erlebnis sein Leben lang nie wirklich verarbeiten konnte. 1914 starb sein Vater an Tuberkulose. Wilhelm Reich ging, nachdem er das Abitur gemacht hatte, 1915 als Leutnant in den Ersten Weltkrieg an die italienische Front. Das österreichische-ungarische Imperium zerbrach, das Gut der Familie Reich fiel an die Sowjetunion, und so zogen Wilhelm und Robert Reich sehr arm nach Wien, um dort zu studieren. 1918 begann Reich mit dem Jurastudium, das er aber schon im ersten Semester abbrach, um Medizin weiterzustudieren. Während seiner vierjährigen Studienzeit trat er der Psychoanalytischen Gesellschaft bei und heiratete seine erste Frau Anni Pink. Seine erste Tochter Eva Reich wurde geboren, die noch heute Vorträge über Reichs Forschungen hält. 1926 erkrankte Reichs Bruder Robert wie sein Vater an Tuberkulose und starb kurze Zeit später. Auch Reich erkrankte an Tuberkulose, konnte sich aber während eines mehrmonatigem Sanatoriumsaufenthalts erholen. In dieser Zeit beschäftigte er sich vor allem mit der Marxschen Theorie, trat anschließend der Kommunistischen Partei bei, und bereiste kurze Zeit später die Sowjetunion. 1930 zog Reich nach Berlin, wo er unter anderem den Sexpol-Verlag gründete. Mit dem Jahr 1933 begann für Reich eine Zeit der Flucht. Im März floh er vor den Nazis nach Wien und von da im Mai nach Kopenhagen. Seine Frau ging nach der Trennung mit den Kindern nach Wien zurück. Elsa Lindenberg wurde Reichs zweite Frau. Er musste Dänemark, wo er unter anderem seine Therapieform um die Körperarbeit erweiterte, nach sechs Monaten verlassen und suchte in anderen europäischen Städten, wie Prag, Zürich, London (hier lernte er Bronislaw Malinowski kennen), Paris und Wien ein neues Exil und konnte schließlich in Malmö einige Zeit bleiben. Als auch dort seine Aufenthaltsgenehmigung auslief, siedelte er 1934 nach Oslo um. In diesem Jahr wurde er aus der Psychoanalytischen Gesellschaft ausgeschlossen. 1936 distanzierte er sich von der Sowjetunion und lernte ein Jahr später seinen langjährigen Freund A.S. Neill kennen. Gleichzeitig begann er mit der Krebsforschung, die ihn noch viele Jahre beschäftigte. 1939 fand Reich - nach einer monatelangen Pressekampagne gegen ihn in Norwegen - sein endgültiges Exil in den USA. Hier bekam er einen Lehrauftrag an der New School for Social Research und heiratete Ilse Ollendorff, nachdem Else Lindenberg nicht mit nach Amerika gekommen war. Ungefähr in diesem Zeitraum entdeckte Reich die kosmische Orgonenergie, die seine gesamte weitere Forschungsarbeit stark beeinflussen sollte. 1944 wurde sein Sohn Peter geboren, und er zog zum letzten Mal um, von New York nach ‘Orgonon’, einem Anwesen in der Nähe des Ortes Rangeley/Maine. Ungefähr Mitte der 40er Jahre begann eine Zeit für Reich, die von einigen Biographen unter Überschriften wie z.B. „Hexenjagd“ oder „Konzertierte Aktion?“ bearbeitet wird: Reichs Auseinandersetzung mit der amerikanischen Öffentlichkeit und deren Institutionen begann mit einigen Zeitungsartikeln, die den Eindruck hinterließen, als sei Reich ein Hochstapler, der mit seinen angeblichen Entdeckungen ein lukratives Geschäft machen wolle, indem er den Menschen z.B. sexuelles Glück und Gesundheit durch den Kauf seiner Erfindungen verspräche. Die hieraus entstandene Kampagne weckte das Interesse der‘Food and Drug Administration‘, und führte 1954 zu einer Anklage gegen Reich. Reich lehnte es aber ab, seine wissenschaftlichen Forschungen von einem Gericht beurteilen zu lassen und erschien nicht zum Gerichtstermin. So wurde in seiner Abwesenheit gerichtlich unter anderem verfügt, dass keine Schriften, in denen die Orgonenergie erwähnt wird, veröffentlicht werden durften. Reich hielt das Urteil für verfassungswidrig und arbeitete weiter, bis er 1955 wegen Verstoßes gegen den Gerichtsbeschluss erneut angeklagt und zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Mitarbeiter Reichs wurden gezwungen, sämtliche Bücher und Zeitschriften, die Reich geschrieben oder herausgegeben hatte, auf einen LKW zu laden, der sie dann zur Müllverbrennungsanlage transportierte. „Es dürfte schwerfallen, in der Geschichte der Neuzeit einen anderen Fall namhaft zu machen, in dem der gesamte schriftliche Niederschlag eines bedeutenden Forscherlebens derart brutal und radikal vernichtet worden ist.“ (D. Boadella) Sowohl in den Jahren seiner Flucht als auch während dieser fast zehn Jahre dauernden Auseinandersetzungen um seine Person und seine Forschungen war Reich als Wissenschaftler weiterhin sehr aktiv. Kurz vor seinem Haftantritt am 12. März 1957 unterschrieb er einen Ehevertrag mit Aurora Karrer. Am 3. November desselben Jahres starb er im Gefängnis an Herzversagen. |
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Entwicklung der Orgontherapie Aus: Heike Buhl, Lebensenergie-Medizin - Eine Einführung in die Praxis Die Orgontherapie geht zurück auf Forschungen und Erkenntnisse des Arztes und Naturforschers Wilhelm REICH (1897 - 1957). Reich forschte auf so unterschiedlichen Gebieten wie Medizin, Psychologie, Soziologie, Biologie, Physik, Meteorologie, Philosophie und Religion. Wilhelm Reich wurde 1897 geboren. Er studierte in Wien Medizin, durchlief eine Ausbildung zum Psychoanalytiker und war einer der engsten Mitarbeiter Sigmund Freuds. Reich entwickelte während seiner Tätigkeit als Analytiker die rein auf Gesprächen beruhende Technik der Psychoanalyse weiter zur Vegetotherapie, dem Vorläufer der Orgontherapie, die auch körperliche Prozesse in die Therapie mit einbezieht. Reich war ein sehr vitaler Mensch, dem es sicher nicht lag, sich stundenlang ruhig hinter seine Patienten zu setzen und zu schweigen. Statt dessen beobachtete er intensiv deren körperlichen Ausdruck, z.B. grimassenartiges Lächeln, eine Einschränkung der Atmung oder muskuläre Verspannungen. Er teilte seinen Patienten diese Beobachtungen mit und stellte fest, dass er über Veränderung eingespielter automatischer Verhaltensmuster sehr schnell starke, bisher unbewusste und unterdrückte Gefühle auslösen konnte. Diese riefen auch starke vegetative Reaktionen hervor und rückten die Funktion des vegetativen Nervensystems ins Zentrum von Reichs Forschung. Nach solchen ”Gefühlsentladungen” berichteten seine Patienten über ein Gefühl der Erleichterung, Befreiung und Energiegeladenheit sowie über ein subjektiv sehr angenehmes Strömungsempfinden und Kribbeln im ganzen Körper. Dieses innere Strömen bei der Auflösung muskulärer Verspannungen oder Blockaden interessierte Reich sehr. Er begann zahlreiche mikroskopische Untersuchungen an Einzellern (Amöben) und beobachtete dort die Plasmaströmung (= Strömung der Flüssigkeit im Zellinneren) und die biologische Pulsation. Die Amöbe streckt sich aus, um sich fortzubewegen oder zu fressen und kugelt sich ein bei Erschrecken (durch Licht oder elektrische Reizung): Expansion und Kontraktion wechseln sich ab. Reich entwickelte das Konzept einer analogen Plasmaströmung und Pulsation auch im menschlichen Organismus. Dies sind zentrale Begriffe in der Arbeit der Energetischen Medizin, die direkt auf das Plasmasystem des Organismus einwirkt. 1940 berichtete Reich - mittlerweile in New York - von der Entdeckung einer Energieform, die er ”Orgon” nannte. Es handelt sich um Lebensenergie, die überall in der Atmosphäre vorhanden ist. Sie wird von Zellen, Geweben und lebenden Organismen in wechselnden Konzentrationen akkumuliert und entladen. Die Therapie, die Reich bis zu seinem Tode lehrte, wurde von Vegetotherapie umbenannt in Orgontherapie. Der Schwerpunkt dieser Therapie liegt darauf, das ungehinderte, gesunde Strömen von Lebens- oder Orgonenergie im Körper (analog zur Plasmaströmung) zu untersuchen und den Fluss dieser Energie dort, wo er gestört ist, wiederherzustellen. Der Schwerpunkt von Reichs Behandlung wechselte von psychischen und psychosomatischen zu somatischen (körperlichen) Erkrankungen. Reich und seine Mitarbeiter entwickelten 1940 den ”Orgonakkumulator”, einen Apparat, der die atmosphärische Orgonenergie zu speichern und zu verdichten vermag und der auch in unserer Praxis eingesetzt wird. Der Orgonakkumulator ist eine Art Faraday’scher Käfig, aufgebaut aus wechselnden Schichten elektrisch leitenden und nicht leitenden Materials, in den ein biologischer Organismus (Mensch, Tier oder Pflanze) sich hineinsetzen bzw. hineingesetzt werden kann. Durch diese Schichtung wird Orgonenergie aus der Umgebung im Akkumulator konzentriert und auf den Organismus übertragen, der sich mit Energie ”aufladen” kann. Als besonders eindrucksvoll erweist sich der Einsatz des Orgonakkumulators zur Beschleunigung der Wundheilung bei Verletzungen und Verbrennungen, aber auch bei der Behandlung verschiedenster anderer körperlicher Erkrankungen (z.B. Erkältungen, Bronchitis, Abszesse, chronische Müdigkeit). Reich behandelte zunächst hunderte von Krebsmäusen mit dem Akkumulator und erzielte dabei beachtliche Erfolge. 1942 begann er, mit 15 an Krebs erkrankten und von der Schulmedizin aufgegebenen Menschen zu arbeiten. Er konnte folgende Erfolge verzeichnen: • Schmerzerleichterung • steigendes subjektives Wohlbefinden, zum Teil Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit • Tumorverkleinerung • z. T. Verschwinden der Metastasen (Tochtergeschwülste ) • Lebensverlängerung |
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