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Rezensionen zu “Auf die Welt gekommen”

Rezension in “Hebammen forum - Das Magazin des Bundes Deutscher Hebammen e.V.”, Heft Juni 2001, S. 466/67 (www.hebammen-forum.de/):

Ein Kind, das auf die Welt kommt, hat schon allerhand erlebt.  Es fühlt die freudige Erwartung mit, aber auch die Krisen, die seine werdenden Eltern im Zusammenhang mit der Empfängnis, der Einnistung und dem Bekanntwerden der Schwangerschaft im Familien- und Freundeskreis erleben. Ein Bewusstsein dafür entwickelt sich erst im Laufe des Lebens, Gefühle und Erfahrungen nisten sich beim Ungeborenen rein körperlich ein. Die Prä- und Perinatalpsychologie spricht in diesem Zusammenhang von "zellulärer Erinnerung". Auch nach der Geburt bleibt einem Kind bekanntlich lange nichts anderes als eine körperliche Äußerung seines Unbehagens.
Wie kann man nun einem Kind und dessen Eltern helfen, frühzeitig erlebte Krisen zu überwinden?
In seinem Buch über Baby-Therapien stellt Thomas Harms als Herausgeber eine breite Palette Therapie-Ansätze vor. Nachdem namhafte Wissenschaftler ausführlich auf den derzeitigen Stand der Prä- und Perinatalpsychologie eingehen, folgen Behandlungs-Methoden der Bioenergetik, der Babymassage, der Festhaltetherapie, der Cranialen Osteopathie und der Manuellen Therapie. Die einzelnen Kapitel sind ebenso unterschiedlich wie deren Verfasser.  Einige sind eher esoterisch orientiert, andere wissenschaftlich gehalten. Auch sprachlich fliegen dem Leser die Inhalte nicht immer zu.
Dennoch bietet dieses Buch eine Fülle von Anregungen, problematischen Babys und deren Eltern beizustehen. Es ist dazu nicht nötig, das ganze Buch von vorne bis hinten zu lesen. Denn es wird einmal mehr deutlich, dass es keine Patentlösung gibt, einem Kind zu helfen.
Im Anhang werden die jeweiligen Autoren kurz beschrieben und Kontaktadressen genannt. Durch das ganze Buch zieht sich eine tröstliche Aussage: Prä- und peripartale Störungen lassen sich am leichtesten beheben, wenn ein auffälliges Kind so früh wie möglich in kompetente Behandlung kommt.
Susanne Kortshagen, Hamburg
 

Rezension in “Psychologie Heute”, Heft 11, 2001 ( www.psyheu.de ):

Hilfe für Schreikinder

Jedes fünfte Baby - davon gehen Kinderärzte aus - ist mittlerweile ein Schreibaby. Ein Kind, das ohne jeden ersichtlichen medizinischen Grund stundenlang schreit. Vielfach werden die so genannten Dreimonatskoliken als Ursache des Schreiens vermutet. Doch immer mehr Kinderärzte und Psychologen kommen zu dem Schluss, dass diese Bauchkoliken eher die Folge als die Ursache des Schreiens sind. "Das Problem liegt oftmals tiefer", meint der Psychologe Thomas Harms. "Die medizinisch gesunden Babys haben eine Art Entspannungsproblem, das man lösen kann." Mögliche Ursachen sind eine schwierige Geburt, Beziehungsprobleme der Eltern oder eine überforderte Mutter. “Babys sind hoch sensible Wesen, die merken, wenn atmosphärisch etwas nicht stimmt", erklärt der Körpertherapeut. Eltern können in solch einer Situation wenig Halt geben. Das Kind gerät immer mehr außer sich, schreit und wird unzugänglich. "In solchen Fällen ist professionelle Hilfe notwendig", rät Thomas Harms. Er ist Herausgeber des Buches “AufdieWeltgekommen”. Erstmals stellen hier Ärzte, Psychotherapeuten und Hebammen neue Ansätze einer ganzheitlicheil Babytherapie vor. Fachleute aus fünf Nationen berichten darüber, was sie Säuglingen und Eltern anbieten können, um emotionale und körperliche Verletzungen zu überwinden. Der Sammelband überzeugt durch die Vielfalt der Ansätze und die berührende Art der Darstellung.
Ania Bothe

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