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Stanley Keleman
Formen der Liebe
Das Gestalten von Beziehung aus somatischer Sicht
In diesem Buch zeigt Stanley Keleman, wie die jeweilige Konstitution eines Menschen die Art und Weise, wie er Liebe erfährt und ausdrückt, beeinflusst und dass jede Wachstumsphase des Menschen eine eigene Qualität von Bindung braucht, um eine erwachsene Beziehungsform zu finden.  Beeinträchtigungen in diesen Beziehungsstadien rufen entsprechende, von Keleman charakterisierte Probleme im erwachsenen Beziehungsleben hervor, die er auf Basis einer dialogisch fundierten Typenlehre beschreibt.
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Dieter Metzing, Carola Butscheid, Dr. Iréne Kummer
128 Seiten, Broschur, ISBN 3-934391-09-5, Euro 12,50

Stanley Keleman
Stanley Keleman ist Leiter des “Center for Energetic Studies” in Berkeley. Er praktiziert und entwickelt seit über 35 Jahren somatische Therapie und ist Pionier in seinen Studien über das Leben des Körpers und seine Verbindung zu den sexuellen, emotionalen und imaginativen Aspekten menschlicher Erfahrung. Durch seine Veröffentlichungen und durch seine Praxis hat Keleman eine Methodologie und ein Konzept für das Leben des Körpers geschaffen. Diese haben ihren Niederschlag in seinen Büchern gefunden, u.a.  in Verkörperte Gefühle. München: Kösel 1992 und Forme Dein Selbst. München: Kösel 1994.
Das von Stanley Keleman geleitete ‘Center for Energetic Studies’ in Berkeley  bietet Kurse, Vorlesungen und Workshops in formativer Psychologie an.

Informationen über Veranstaltungen erhalten Sie
für die USA über Stanley Kelemans eigenes Zentrum:

Center for Energetic Studies
2045 Francisco Street
Berkeley, California 94709, USA
Tel.  001 - 510 - 845 83 73
Fax: 001 - 510 - 841 38 84
e-mail: center@centerpress.com

Informationen zu Veranstaltungen in Europa:
Carola Butscheid
Wilhelmstraße 29
D-42697 Solingen
Tel. 0049 - 212 - 32 06 84
Fax 0049 - 212 - 233 53 43
e-mail: carola.butscheid@gmx.de

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Inhalt
Einleitung
Der Ursprung von Liebe
Die Stadien der Liebe
Fürsorge und Begleitung - Fürsorge - Anteilnahme - Austausch - Kooperation - Somatische Aspekte in den verschiedenen Stadien der Liebe - Therapeutische Folgerungen aus den vier Stadien der Liebe
Liebe und Konstitutionstypen
Mesomorphe - Ektomorphe - Endomorphe - Konstitutionstypus und emotionaler Ausdruck
Verformungen
Die kollabierte Struktur - Die aufgeschwollene Struktur - Die verdichtete Struktur - Die rigide Struktur - Eine klinische Sicht der somatischen Charaktertypen
Fallgeschichten
Anmerkungen zur Arbeitsmethode - Lars - Hannah - Rebecca - Max
Geben und Empfangen:
Die immer währende somatische Liebesgeschichte

Nachwort:
Iréne Kummer und Carola Butscheid zu
Methodik, Konzept und Begriffen Stanley Kelemans

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Einleitung zum Buch:
Formen der Liebe - von Stanley Keleman

Dieses Buch nahm seinen Anfang mit einer Reihe von Vorträgen für praktizierende PsychologenInnen über das Thema: Verformung der Liebe aus somatischer Sicht. Von meiner somatischen Perspektive aus entstehen menschliche emotionale und psychologische Beschwerden auf einer somatisch-emotionalen Grundlage, die grundsätzlich durch die genetische Struktur bedingt und in ihrem Ursprung nicht rein sozial oder familiär ist.

Wir sind dazu gebracht worden zu glauben, dass unsere Probleme in der Vergangenheit liegen, in unserer Kindheit oder in sozialen Machtverhältnissen. Es gibt Leute, die darauf fixiert sind, ihren früheren Beziehungen und anderen Ursachen die Schuld für ihre Probleme zu geben. Wenn sie versuchen, ihre emotionalen Probleme durch Einsicht, Katharsis oder andere Methoden zu beheben, dann mögen sie sich selbst zwar psychologisch besser kennen, sind jedoch unfähig, ihr emotionales Verhalten neu zu gestalten. Psychologische Ansätze allein können nicht zum Verständnis des organischen Prozesses von Selbstidentität und Selbstorganisation führen.

Manchmal vergessen wir, dass diejenigen, die psychologische Hilfe für ihre Krise suchen, Erwachsene mit erwachsenen Problemen sind, die erwachsene Lösungen erfordern. Diese Lösungen sind je nach persönlicher Struktur und gegebenen Funktionsmöglichkeiten unterschiedlich. Wir sind als Erwachsene gezeugt, und es ist der uns eingeborene Erwachsene, der versucht, seine Wirklichkeit zu gestalten - schon bei der Empfängnis wie auch im mittleren Alter und im Tod. Nach Charles Darwin durchläuft jeder Mensch als Embryo Stadien voll ausgewachsener Strukturen, die eine erwachsene Form von Lebewesen auf einer niedrigeren evolutionären Stufe darstellen - das heißt: Der Vorfahre ist immer ein Erwachsener. Darwin sagt auch, dass ein Organismus ständig die Form verändert, um Herausforderungen begegnen zu können. Dies alles bedeutet, dass der Lebensprozess auf eine erwachsene Realität ausgerichtet ist.

Unsere Antwort auf Situationen, denen wir begegnen, formt unsere persönliche erwachsene Gestalt. Strukturiert sind wir in dem Maß und in der Weise, wie wir uns selbst gebrauchen oder wie wir gebraucht worden sind. Einige Seiten von uns - z.B. die kognitive Realität - mögen stärker geformt sein als andere.

Die Formative Psychologie, basierend auf einer evolutionären Perspektive, geht davon aus, dass wir als Menschen ein fortwährender lebendiger Prozess sind und kontinuierlich und in persönlicher Weise ein somatisches Selbst herausbilden. Dieser formative Ansatz macht es möglich, unsere Probleme von der Grundlage eines immer vorhandenen Reaktionsmusters her anzuschauen und zu verstehen. Wenn wir erfahren, auf welche Art und Weise wir unser Verhalten organisieren - wie wir üben, präsent zu sein, anderen zu gefallen, zusammen zu arbeiten, zu lieben - werden unsere Probleme in der Liebe an Klarheit gewinnen.

Identität und Befriedigung entstehen auf der Grundlage unseres ererbten Musters, das in Selbstorganisation besteht. In dem Maße, in dem wir mit unseren somatisch-emotionalen Reaktionen vertraut werden, lernen wir etwas über den Stil unseres In-der-Welt -Seins, das heißt, wie wir zum Beispiel Geben und Empfangen organisieren. Unsere Art und Weise zu existieren ist nicht gänzlich vorherbestimmt; es ist eher so, dass es einen elementaren organisierenden Prozess, einen angeborenen Stil, uns selbst zu gebrauchen, gibt. Dieser Prozess spielt eine sehr große Rolle in den Schwierigkeiten und Erfolgen unseres Lebens.

Wir haben eine angeborene erregbare zelluläre Beweglichkeit, eine somatisch-emotionale Reaktion auf Stimuli. Ebenso haben wir die Fähigkeit, aus Reaktionen angemessenes persönliches Verhalten zu formen. Durch diesen organisierenden Prozess körpern wir Erfahrungen ein und handhaben sie in spezifischer Weise.

Intimität basiert darauf, innere Erregung mit sich selbst und anderen zu teilen. Von diesem inneren Puls der Erregung aus bildet das Gehirn vielschichtige Bindungen, ein Vorhaben, das Dauer und langfristiges Handeln erfordert. Dieser Puls der Erregung ist die Gestaltungsgrundlage einer subjektiven und persönlichen Liebe. Der Prozess, unseren inneren Erfahrungen Körper zu geben, organisiert Kontinuität und verleiht ihnen emotionale Bedeutung für uns und andere. Es handelt sich um ein Grundmuster, das etwas zu tun hat mit der Fähigkeit zu geben und zu empfangen.

Liebe wird auf verschiedenen Ebenen erfahren. Auf der Instinktebene erfahren wir sie als ein flüssiges Verschmelzen von zellulärem “Leim”, als einen hormonalen Wirbel, der eine Gewebebindung erzeugt und damit ein gemeinsames Schwingen mit einem anderen Menschen. Wir wissen es physisch, Körper zu Körper und erleben es als eine Zugehörigkeit, als ein Schicksal, als ein konstitutionelles Zusammenpassen. Wenn wir Glück haben, können wir in den verschiedenen Welten des Instinkthaften und des Gegebenen, des Unbedingten und des Bedingten, des Sozialen und des Persönlichen lieben. Wir haben die Möglichkeit, zwischen diesen Welten hin- und herzugehen.

Liebe schließt Leidenschaft, Vitalität des Verlangens und Verhaltensmuster von Intimität ein. Erwachsene vertiefen Erregung, Verlangen und Gefühle, indem sie aus ihnen Intimität und Beziehung formen. Aufwallendes Verlangen und Bezogen-Sein auf andere sind tief in unserem zellulären Leben verwurzelt und sehnen sich danach, unsere persönlichen Liebeserfahrungen zu vertiefen.

Liebe bezieht sich in diesem Buch auf drei Aspekte unserer somatischen Realität:

1. Konstitutionstypen: Genetische Muster verbinden sich in einer unbegrenzten Vielfalt und schaffen eine Grundlage für das Temperament. Es gibt eine ererbte Disposition, die zu der Art und Weise beiträgt, wie wir mit anderen Menschen Beziehungen eingehen.

2. Stadien von Liebe: Ererbte Muster formen während der vier Phasen der Liebe ein persönliches Selbst, nämlich Fürsorge, Anteilnahme, Austausch, Kooperation.

3. Liebesmuster: Wir haben alle ein ganz spezifisches Grundmuster der Liebe, eine primäre Quelle, auf die wir uns beziehen. Dieses Grundmuster ist verankert darin, wie wir in unserer Geschichte Zuneigung erfahren haben.

Unser somatischer Stil ist immer in Aktion. Gesellschaftliche und familiäre Werte regen uns an oder behindern uns. Sie können unsere somatischen Muster maskieren, aber sie können nicht unsere grundlegenden konstitutionellen Muster auslöschen, die unsere besondere Art zu lieben fördern oder hindern.

Wir alle wachsen heran und leben in einer erwachsenen Wirklichkeit, die entweder feindlich oder wohlgesinnt ist. Liebe ist ein Prozess, der verbunden ist mit dem Drang zu leben. Dieser Drang zu leben fördert emotionale Bindungen. In unseren Familien lernen wir, was Liebe ist - oder wir lernen es nicht. Aus einem Gefüge von Handlungen heraus - Fürsorge und Anteilnahme, Austausch und Kameradschaft - werden instinkthafte Antworten in persönliches Gefühl umgeformt. Unsere Liebesmuster sind das Ergebnis der verschiedenen somatischen Typen von Liebe sowie der Missverständnisse bezüglich unseres somatischen Erbes. Dieses Buch handelt von der Beziehung zwischen unseren missverstandenen somatisch-emotionalen Mustern und den Stadien der Liebe.

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