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Aus der Einleitung:
Ist der Mensch bereit, der sensiblen Seite seines Wesens zu begegnen? Ist er in der Lage, aufgrund dieser Begegnung seine Weltanschauung, nach der er sein Leben gestaltet, zu ändern? Ist er bereit, zu seinem eigenen Körper zurückzufinden, um die Beziehung, die er mit seinem Leben unterhält, zu ändern?
Diese Fragen habe ich mir als Heilpädagoge gestellt und habe dabei meine Erfahrung, und hier insbesondere die erlebte Erfahrung des Körpers, befragt.
Ist es möglich, in größerer Nähe zu sich selbst zu leben? Diese Frage beschäftigt mich schon seit langem. Sie beschäftigt mich als Praktiker und heute auch als Forscher in den Erziehungswissenschaften und der Psychopädagogik. In gewissem Sinne ist die Somato-Psychopädagogik aus dieser Fragestellung heraus entstanden.
Die Somato-Psychopädagogik ist weder eine manuelle Therapie, noch ist sie eine Psychotherapie; sie ist aber auch keine Pädagogik; sie ist all dies zusammen. Heute ist sie mein Versuch, auf diese Ausgangsfrage eine Antwort zu geben.
Meine erste Erfahrung mit dem Innersten im Körper habe ich als Osteopath gemacht. Ich war zunächst und vor allem ein manueller Therapeut, wobei der Schwerpunkt meiner Therapie der Linderung körperlicher Schmerzen anhand der osteopathischen Gelenktechnik galt.
Den Gründern der Osteopathie, den Ärzten Still und Sutherland, verdanken wir diese für unseren Diskurs wesentliche große Entdeckung: Es gibt im Körper eine innere Bewegung, eine autonome körpereigene Regulationskraft. Zu Beginn habe ich mich dem Studium der Eigenschaften dieser inneren Bewegung gewidmet.
Über diese Erfahrung erkannte ich allmählich, dass diese innere Bewegung nicht nur eine Regulationskraft der Organe ist, sondern auch eine Regulationskraft der Denk- und Verhaltensschemen. Dies war für mich eine richtige Überraschung. Es stellte sich heraus, dass dieser Körper, den ich bislang als eine, wenn auch intelligente, gelenkige Struktur betrachtete, auch ein lebendiger, sinnlicher Körper ist: ein verspürter (und zugleich erprobter) Körper, wie ich ihn heute nenne.
Aber wie war denn nun diese Sinnlichkeit im Körper, die sich unter meinen Händen entpuppte, beschaffen, und woher kam sie? Ich fragte mich, ob es zwischen diesem ”Verspürten (und zugleich Erprobten)” und dem ”Größer als wir selbst”, von dem die Philosophie manchmal sprach, nicht eine Verbindung gab. Das war für mich der Anfang einer eher philosophischen Suche. |